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Beim Sazerac wird das Glas mit Absinth ausgeschwenkt — und der Rest weggeschüttet. Was bleibt, ist ein hauchdünner Anisfilm, durch den man den Rye Whiskey trinkt. Dieser eine ungewöhnliche Handgriff macht aus einem simplen Drink den vielleicht eigenwilligsten Klassiker Amerikas und den offiziellen Cocktail von New Orleans.
Das Rezept
- 6 cl Rye Whiskey
- 1 cl Zuckersirup (oder 1 Würfelzucker)
- 3–4 Spritzer Peychaud’s Bitters
- 1 Spritzer Angostura (optional)
- etwas Absinth zum Ausschwenken
- Zitronenzeste
Schritt für Schritt
- Glas kühlen. Einen Tumbler mit Eis füllen und stehen lassen, während du den Rest vorbereitest.
- Rühren. Rye, Zuckersirup und Bitters in einem zweiten Glas mit Eis etwa 20 Sekunden rühren — nicht schütteln.
- Absinth-Trick. Das gekühlte Glas leeren, einen Spritzer Absinth hineingeben, das Glas schwenken, bis die Innenwand benetzt ist — und den Überschuss wegschütten. Es soll nur ein Hauch bleiben.
- Abseihen — der Sazerac wird ohne Eis getrunken.
- Zitronenzeste über dem Glas ausdrücken, damit die Öle auf die Oberfläche fallen. Traditionell wird die Zeste danach nicht ins Glas gelegt.
Peychaud’s Bitters — die Zutat, die den Unterschied macht
Der Sazerac steht und fällt mit Peychaud’s Bitters: blumiger, süßlicher und mit deutlicher Anisnote, ganz anders als das würzig-herbe Angostura. Ersetzen lässt sich das nicht wirklich — wer nur Angostura hat, macht einen guten Whiskey-Cocktail, aber keinen Sazerac. Peychaud’s gibt es in gut sortierten Spirituosenläden und online für unter zehn Euro; die Flasche hält Jahre.
Welcher Whiskey?
Klassisch Rye Whiskey — seine Würze und Trockenheit sind der Gegenpol zu Zucker und Anis. Bulleit Rye oder Sazerac Rye (die Marke ist nach dem Drink benannt, nicht umgekehrt) funktionieren gut. Historisch wurde der Cocktail mit Cognac gemixt; manche Bars servieren ihn bis heute halb-halb, was eine mildere, fruchtigere Version ergibt.
Herkunft
Der Sazerac stammt aus New Orleans und ist nach einer Cognac-Marke benannt, die im 19. Jahrhundert die Basis lieferte. Als die Reblaus die französischen Weinberge — und damit den Cognac-Nachschub — vernichtete, stieg man auf amerikanischen Rye um. Der Absinth kam über die Bar-Kultur der Stadt dazu. 2008 erklärte Louisiana den Sazerac offiziell zum Cocktail von New Orleans.
Häufige Fehler
- Absinth im Glas lassen. Er soll nur die Wand benetzen. Wer ihn drinlässt, trinkt Anis mit Whiskey-Note statt umgekehrt.
- Mit Eis servieren. Der Sazerac kommt ohne — gerührt und abgeseiht, sonst verwässert er.
- Schütteln. Wie beim Old Fashioned gilt: reine Spirituosen-Drinks werden gerührt.
Wer den Sazerac mag, sollte auch den Manhattan probieren — ebenfalls gerührt, ebenfalls Rye-basiert, aber mit Wermut statt Anis. Alle Rezepte im Überblick: Whiskey Cocktails.
Häufige Fragen
Kann man den Sazerac ohne Absinth machen?
Dann fehlt sein Markenzeichen. Als Ersatz funktioniert Pastis oder ein anderer Anislikör — ebenfalls nur zum Ausschwenken. Ganz ohne Anis ist es ein Rye Old Fashioned mit Peychaud’s.
Rye oder Cognac im Sazerac?
Heute überwiegend Rye. Historisch war Cognac die Basis — eine Mischung aus beidem ergibt eine weichere, fruchtigere Variante, die viele Bars in New Orleans anbieten.
Warum kommt die Zitronenzeste nicht ins Glas?
Nach klassischer Rezeptur werden nur die ätherischen Öle über dem Drink freigesetzt. Die Zeste selbst würde mit der Zeit Bitterstoffe abgeben — wer es milder mag, kann sie aber hineinlegen.

