Titelbild: Rob Roy Cocktail – Zeit im Glas

Rob Roy Cocktail: Der Manhattan mit Scotch

3 Min. Lesezeit

Der Rob Roy ist der Manhattan, der einen Kilt trägt: Scotch statt Rye, dazu roter Wermut und Bitters, gerührt und eiskalt serviert. Er ist runder, malziger und oft einen Hauch rauchig — und er ist einer der wenigen Cocktails, die zeigen, dass schottischer Whisky nicht nur pur funktioniert. Benannt ist er nach einem Volkshelden, erfunden wurde er für eine Operette.

Das Rezept auf einen Blick

  • 4,5 bis 5 cl Blended Scotch
  • 2,5 cl roter (süßer) Wermut — frisch geöffnet, gekühlt
  • 1 bis 2 Spritzer Angostura Bitters (oder Orange Bitters)
  • Garnitur: Cocktailkirsche oder Zitronenzeste
  • Glas: vorgekühlte Cocktailschale, ohne Eis

So geht’s

  1. Glas kühlen: die Schale ins Gefrierfach, mindestens zehn Minuten.
  2. Ins Rührglas: Scotch, Wermut, Bitters und reichlich Eis.
  3. Rühren: 25 bis 30 Sekunden, bis das Glas außen beschlägt. Nicht schütteln — der Drink soll klar bleiben.
  4. Abseihen in die eiskalte Schale, garnieren, sofort servieren.

Die Technik ist dieselbe wie beim Manhattan; dort steht auch ausführlich, warum der Wermut frisch sein muss und welche Stile es gibt.

Welcher Scotch für den Rob Roy?

Der Wermut ist süß und kräuterig, also braucht der Whisky Malz und etwas Rückgrat. Ein guter Blended Scotch ist die klassische Wahl — nicht als Notlösung, sondern weil er genau die richtige Balance aus Malz, Frucht und leichtem Rauch mitbringt.

ScotchWas er im Rob Roy macht
Blend mit leichtem RauchDer Klassiker: Malz, Trockenfrucht, ein Hauch Rauch unter dem Wermut. Beispiel: Johnnie Walker Black
Weicher, runder BlendHonig und Frucht, sehr zugänglich. Beispiel: Chivas Regal 12
Speyside Single MaltFruchtiger und eleganter, Sherryfässer passen besonders gut zum Wermut
Starker Islay-MaltZu dominant als Basis. Als Idee: ein Barlöffel Laphroaig oder Ardbeg in einen Blend-Rob-Roy

Das Verhältnis: Scotch ist meist malziger und weicher als Rye. Deshalb nehmen viele Rezepte etwas weniger Wermut als beim Manhattan — rund 4,5 zu 2,5 statt 6 zu 3. Wer den Whisky deutlicher schmecken will, geht auf 5 zu 2.

Die Varianten

VarianteWas sich ändert
Sweet Rob RoyDer Standard mit rotem Wermut, meist mit Kirsche
Dry Rob RoyTrockener Wermut statt rotem, Zitronenzeste — schlank und trocken
Perfect Rob RoyJe zur Hälfte roter und trockener Wermut — der ausgewogenste
Bobby BurnsEin Barlöffel Bénédictine dazu — kräuterig, honigsüß, nach dem schottischen Dichter benannt

Woher der Name kommt

1894 hatte in New York eine Operette namens Rob Roy Premiere, geschrieben von Reginald De Koven und Harry B. Smith, frei nach dem schottischen Volkshelden Rob Roy MacGregor und dem Roman von Walter Scott. Ein Barkeeper im Waldorf Astoria in Manhattan mixte zu diesem Anlass den schottischen Bruder des Manhattan und benannte ihn nach dem Stück (Überblick). Der Drink hat die Operette weit überlebt.

Rob Roy oder Manhattan?

Der Manhattan mit Rye ist würziger und pfeffriger, der Rob Roy mit Scotch runder, malziger und oft leicht rauchig. Wer lieber Scotch als Bourbon trinkt, fühlt sich im Rob Roy zu Hause; wer Würze mag, bleibt beim Manhattan. Wer beide mag, probiert einen Boulevardier — derselbe Aufbau mit Campari.

Die häufigsten Fehler

  • Alter Wermut: wochenlang offen — der Drink wird flach und muffig.
  • Zu rauchiger Whisky: Ein reiner Islay überfährt Wermut und Bitters.
  • Geschüttelt: trüb und verwässert. Rühren.
  • Warmes Glas: Ohne Eis im Glas zählt jedes Grad.

Mehr über schottischen Whisky und seine Regionen steht unter Schottischer Whisky, alle Klassiker unter Whiskey-Cocktails.

Häufige Fragen

Was ist ein Rob Roy?

Ein gerührter Cocktail aus Scotch Whisky, rotem Wermut und Bitters, serviert ohne Eis in der Cocktailschale — im Grunde ein Manhattan mit Scotch. Er entstand 1894 in New York.

Was ist der Unterschied zwischen Rob Roy und Manhattan?

Nur der Whisky: Der Manhattan nimmt Rye oder Bourbon, der Rob Roy Scotch. Dadurch schmeckt er malziger und oft leicht rauchig.

Welcher Whisky für den Rob Roy?

Ein guter Blended Scotch mit etwas Malz und leichtem Rauch. Fruchtige Speyside-Malts funktionieren auch; stark rauchige Islay-Whiskys sind als Basis zu dominant.

Wie viel Alkohol hat ein Rob Roy?

Mit 4,5 cl Scotch bei 40 % und 2,5 cl Wermut bei rund 16 % etwa 17 Gramm reinen Alkohol. Ein Drink zum langsamen Genießen.

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