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Der Penicillin ist der einzige Cocktail, dessen Name ein Versprechen ist: Ingwer, Honig, Zitrone — und obendrauf ein Schwimmer aus rauchigem Islay-Whisky. Er schmeckt wie ein Hausmittel, das jemand ernsthaft gut gemacht hat, und ist der beste Beweis, dass Torfrauch im Cocktail funktioniert, wenn man ihn richtig dosiert.
Das Rezept
- 6 cl milder Blended Scotch
- 2 cl frischer Zitronensaft
- 2 cl Honig-Ingwer-Sirup
- 1 cl rauchiger Islay-Whisky als Float (obenauf)
- kandierter Ingwer zum Garnieren
Honig-Ingwer-Sirup selbst machen
Ein daumengroßes Stück Ingwer schälen, klein schneiden und mit je 100 ml Honig und Wasser kurz aufkochen. Zehn Minuten ziehen lassen, abseihen, abkühlen. Hält sich zwei bis drei Wochen im Kühlschrank — und ist auch im Tee großartig.
Schritt für Schritt
- Shaken: Blended Scotch, Zitronensaft und Honig-Ingwer-Sirup mit Eis kräftig etwa 15 Sekunden schütteln.
- Abseihen in einen Tumbler über frisches Eis, idealerweise einen großen Würfel.
- Float aufgießen: Den Islay-Whisky vorsichtig über einen Löffelrücken auf die Oberfläche gleiten lassen. Er bleibt als dünne Schicht oben liegen.
- Garnieren mit einem Stück kandiertem Ingwer. Nicht umrühren — der Rauch soll beim Trinken zuerst in die Nase steigen.
Warum zwei verschiedene Whiskys?
Das ist der eigentliche Kniff. Würde man den ganzen Drink mit Islay-Malt mixen, wäre der Rauch erdrückend — Torf und Zitrone kämpfen dann gegeneinander. Als dünner Float dagegen liegt er nur obenauf: Du riechst ihn bei jedem Schluck, schmeckst ihn aber nur als Andeutung hinter Ingwer und Honig.
Für die Basis eignet sich ein milder Blend wie Monkey Shoulder oder Ballantine’s. Für den Float ein klassischer Islay-Malt — Laphroaig 10, Ardbeg 10 oder Caol Ila. Ein Zentiliter reicht, die Flasche hält also ewig.
Herkunft
Der Penicillin ist ein moderner Klassiker: Der australische Bartender Sam Ross kreierte ihn 2005 in der New Yorker Bar Milk & Honey. Innerhalb weniger Jahre stand er auf Karten weltweit — bemerkenswert für einen Drink, der Torfrauch an Menschen verkauft, die sonst um Islay-Whisky einen Bogen machen.
Häufige Fehler
- Alles mit Islay mixen. Dann wird der Drink teerig und eindimensional. Der Rauch gehört obenauf, nicht hinein.
- Ingwersirup aus der Flasche. Gekaufter Sirup ist meist zu süß und schmeckt nach Bonbon. Selbstgemacht dauert 15 Minuten und macht den Unterschied.
- Zitronensaft aus der Plastikflasche. Wie beim Whiskey Sour: immer frisch pressen.
Wer über den Penicillin auf den Geschmack von Rauch kommt, findet den Weg weiter in unserem Stufenplan für rauchigen Whisky. Alle Rezepte im Überblick: Whiskey Cocktails.
Häufige Fragen
Hilft der Penicillin wirklich bei Erkältung?
Nein — der Name ist ein Witz. Honig, Ingwer und Zitrone sind zwar klassische Hausmittel-Zutaten, aber Alkohol ist bei Krankheit kontraproduktiv. Als wärmender Drink für Gesunde ist er dafür hervorragend, ähnlich wie der Hot Toddy.
Welcher Islay-Whisky für den Float?
Laphroaig 10 ist der Klassiker, Ardbeg 10 etwas intensiver, Caol Ila 12 der eleganteste. Für einen Zentiliter pro Drink hält eine Flasche sehr lange.
Geht der Penicillin auch ohne rauchigen Whisky?
Dann ist es ein guter Honig-Ingwer-Sour, aber kein Penicillin — der Rauchfloat ist sein Markenzeichen. Wer Rauch gar nicht mag, ist beim Whiskey Sour besser aufgehoben.

