Irischer Whiskey zwischen Basaltküste und historischen Lagerhäusern

Bushmills: Älteste Lizenz der Welt – und der Black Bush

3 Min. Lesezeit

Bushmills besitzt die älteste Brennlizenz der Welt — ausgestellt 1608 — und ist für viele der Beweis, dass irischer Whiskey mehr kann als mild und gefällig. Vor allem der Black Bush mit seinem hohen Sherry-Anteil hat eine Fangemeinde, die weit über das Preisschild hinausgeht.

Die Marke in Kürze

Die Old Bushmills Distillery liegt im County Antrim in Nordirland, nur wenige Kilometer vom Giant’s Causeway entfernt. Die Lizenz von 1608 wurde König Jakob I. zugeschrieben und macht Bushmills zur ältesten lizenzierten Whiskey-Brennerei der Welt — wobei die heutige Brennerei erst später gegründet wurde und nicht durchgehend produzierte. „Älteste Lizenz“ ist also korrekt, „seit 1608 ununterbrochen gebrannt“ wäre Marketing.

Handwerklich ist Bushmills klassisch irisch: dreifach destilliert, was dem Whiskey seine charakteristische Weichheit gibt. Ungewöhnlich ist, dass das Haus sowohl Malt als auch die Blend-Komponenten im eigenen Umfeld kontrolliert — und dass ein spürbarer Teil der Reifung in Oloroso-Sherry-Fässern stattfindet.

Wie Bushmills schmeckt

Der Original ist hell und leicht: Vanille, etwas Getreide, ein Hauch Zitrus, kurzer Abgang. Freundlich, aber ohne große Aussage.

Der Black Bush spielt eine Klasse höher. In der Nase Rosine, Marzipan und dunkle Frucht, am Gaumen malzige Süße mit Nuss und Trockenpflaume, dazu eine samtige Textur, die vom hohen Malt-Anteil kommt. Der Abgang ist deutlich länger und leicht würzig. Wer Sherry-Einfluss mag, ihn aber nicht zum Preis eines Speyside-Malts bezahlen will, ist hier goldrichtig.

Das Sortiment

AbfüllungCharakterEinordnung
Bushmills OriginalLeicht, mild, VanilleBlend, um 20 € — der Alltags-Ire
Black BushKräftig, Sherry, TrockenfruchtDas Preis-Leistungs-Highlight, um 25–30 €
Bushmills 10 Single MaltFruchtig, honigsüß, elegantGuter Single-Malt-Einstieg
Bushmills 16 JahreDrei Fasstypen, tief und komplexGenießerklasse, deutlich teurer
Bushmills 21 JahreMadeira-Finish, sehr reichSammler- und Anlassflasche

Für wen lohnt sich Bushmills — und für wen nicht?

Lohnt sich, wenn du einen weichen, fruchtigen Whiskey suchst, der auch Einsteigern schmeckt — und wenn du bereit bist, die fünf Euro Aufpreis für den Black Bush zu zahlen. Dieser Sprung ist einer der besten im gesamten Einsteigersegment: mehr Sherry, mehr Malt, spürbar mehr Substanz. Nicht ohne Grund steht er in unserem Einsteiger-Guide.

Lohnt sich nicht, wenn du Rauch oder kantigen Charakter suchst — Bushmills ist konsequent auf Weichheit gebaut. Und bei den älteren Single Malts wird es preislich ambitioniert: Ab dem 16-Jährigen zahlst du spürbar für Alter und Namen, während vergleichbare schottische Malts oft mehr fürs Geld bieten. Die Mechanik dahinter erklärt unser Artikel zur Altersangabe.

Alternativen

  • Noch weicher und günstiger: Jameson — der Klassiker, etwas schlichter.
  • Moderner und eigenwilliger: Teeling Small Batch — Rum-Fass-Finish, 46 %.
  • Sherry pur, eine Klasse höher: Aberlour 12 oder GlenDronach 12 aus der Speyside.

Wo Bushmills in der irischen Landschaft steht, liest du unter Irischer Whiskey. Die Brennerei ist übrigens ein beliebtes Besuchsziel — passend zu einer Rundreise entlang der nordirischen Küste.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Bushmills Original und Black Bush?

Der Black Bush enthält einen deutlich höheren Anteil an Malt Whiskey aus Oloroso-Sherry-Fässern. Er schmeckt kräftiger, fruchtiger und runder — für wenige Euro mehr der klar bessere Kauf.

Ist Bushmills wirklich die älteste Whiskey-Brennerei der Welt?

Sie besitzt die älteste erhaltene Brennlizenz (1608). Ununterbrochen produziert wurde dort aber nicht, und die heutige Brennerei entstand später. „Älteste Lizenz“ stimmt, „älteste durchgehend arbeitende Brennerei“ nicht.

Ist Bushmills gut für Cocktails?

Der Original ja — mild genug für Longdrinks und heißen Whiskey. Den Black Bush würden wir pur trinken, dafür ist er zu schade. Rezepte findest du bei den Whiskey-Cocktails.

Lohnt sich der Bushmills 10 Single Malt?

Als sanfter Einstieg in irische Single Malts ja. Wer allerdings schon den Black Bush mag, empfindet den Sprung oft als klein — dann lieber gleich zum 16-Jährigen oder zu einem schottischen Sherry-Malt greifen.

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