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Dimple erkennt man am Regal, bevor man das Etikett liest: die dreiseitig eingedellte Flasche mit dem Drahtgeflecht. Der schottische Blend gehört in Deutschland zu den meistgesuchten Whisky-Marken überhaupt — und das sagt mehr über Wiedererkennung und Verfügbarkeit aus als über flüssige Weltklasse.
Die Marke in Kürze
Dimple stammt aus dem Haus Haig, einer der ältesten Whisky-Familien Schottlands, und gehört heute zu Diageo. Es ist ein Blended Scotch — eine Mischung aus Malt- und Grain-Whiskys mehrerer Brennereien, komponiert auf ein gleichbleibend weiches Profil.
Die charakteristische Flasche mit den drei Dellen gibt es seit 1893. Das Drahtgeflecht diente ursprünglich dazu, den Korken zu sichern — heute ist es reine Wiedererkennung. In den USA heißt die Marke übrigens „Pinch“, weil der Name Dimple dort nicht geschützt werden konnte.
Wie Dimple schmeckt
Der 12-Jährige ist in der Nase malzig und honigsüß, mit Vanille und einem Hauch getrockneter Frucht. Am Gaumen weich und leicht, wenig Alkoholschärfe, dazu etwas Eiche und Karamell. Der Abgang ist kurz und sauber. Rauch gibt es keinen, Kanten auch nicht.
Das ist ausdrücklich kein Fehler, sondern die Bauart eines Blends: Er soll niemandem wehtun. Wer allerdings Vielschichtigkeit sucht — die berühmte „Reise im Glas“ —, wird sie hier nicht finden. Der 15-Jährige legt spürbar zu, mit mehr Eiche, Würze und Tiefe.
Das Sortiment
| Abfüllung | Charakter | Einordnung |
|---|---|---|
| Dimple 12 Jahre | Weich, honigsüß, unkompliziert | Der Klassiker, meist um 20–25 € |
| Dimple 15 Jahre | Mehr Eiche, Würze und Tiefe | Der spürbare Schritt nach oben |
| Dimple 18 Jahre | Runder, komplexer | Selten im deutschen Handel |
Für wen lohnt sich Dimple — und für wen nicht?
Lohnt sich, wenn du einen milden Alltags-Whisky suchst, Whisky-Cola trinkst oder Gäste bewirtest, die es weich mögen. Und als Geschenk: Die Flasche wirkt hochwertiger, als der Preis vermuten lässt — was ehrlicherweise ein großer Teil des Erfolgs ist. Eine Altersangabe von 12 Jahren bekommt man selten so günstig.
Lohnt sich nicht, wenn du bewusst verkosten willst. In derselben Preisklasse liefern ein Monkey Shoulder (mehr Malzcharakter) oder ein Bushmills Black Bush (Sherry-Tiefe) deutlich mehr fürs Geld. Wer die Flaschenform nicht braucht, findet fast immer die interessantere Alternative.
Alternativen
- Mehr Malzcharakter, gleicher Preis: Monkey Shoulder.
- Mehr Frucht und Sherry: Bushmills Black Bush.
- Noch günstiger zum Mixen: Ballantine’s Finest.
Wie du die Altersangabe richtig einordnest, steht in Was 12, 18 oder 21 Jahre bedeuten. Und warum Blends besser sind als ihr Ruf, klärt Single Malt vs. Blended.
Häufige Fragen
Warum hat die Dimple-Flasche drei Dellen?
Die Form stammt aus dem Jahr 1893 und sollte die Flasche unverwechselbar machen — mit Erfolg, sie ist bis heute das Markenzeichen. Das Drahtgeflecht sicherte ursprünglich den Korken.
Ist Dimple ein guter Whisky?
Er ist mild, sauber gemacht und günstig — für Einsteiger und zum Mixen gut geeignet. Wer Charakter und Komplexität sucht, findet in derselben Preisklasse allerdings interessantere Flaschen.
Dimple 12 oder 15?
Der 15-Jährige hat spürbar mehr Tiefe und Würze. Wenn der Aufpreis moderat ist, lohnt er sich; für Mixgetränke reicht der 12er.
Warum heißt Dimple in den USA „Pinch“?
Weil der Markenname Dimple dort nicht verfügbar war. „Pinch“ beschreibt dieselbe eingedrückte Flaschenform — es ist derselbe Whisky unter anderem Namen.

