Islay-Whisky: Die 9 Brennereien der Rauch-Insel

Islay (gesprochen „Ei-la“) ist die Insel, auf der Whisky nach Lagerfeuer, Meer und Jod schmeckt. Auf gerade einmal 3.000 Einwohnern drängen sich neun Brennereien, deren rauchige Single Malts weltweit Kultstatus genießen. Wer torfigen Whisky liebt — oder herausfinden will, ob er ihn lieben könnte —, kommt an Islay nicht vorbei. Dieser Überblick stellt die Brennereien vor und erklärt, was den Islay-Stil ausmacht.

Warum Islay-Whisky so rauchig ist

Islay ist von dicken Torfschichten überzogen — historisch das einzige verfügbare Brennmaterial, um das Gerstenmalz zu trocknen. Der phenolhaltige Torfrauch legt sich dabei aufs Malz und prägt den Whisky bis in die Flasche. Dazu kommt die Lage: Die Fässer reifen in Küstennähe, salzige Meeresluft und maritime Einflüsse geben vielen Islay-Malts ihre typische jodig-salzige Note. Wie der Torf technisch in den Whisky kommt, erklären wir ausführlich in Rauchiger Whisky.

Die neun Brennereien

Islay teilt sich grob in die kräftig-rauchigen Südküsten-Brennereien und die sanfteren Häuser im Norden:

BrennereiStil
ArdbegIntensiv rauchig, teerig, Kultstatus
LagavulinRauchig und zugleich elegant-süß (der 16-jährige ist legendär)
LaphroaigMedizinisch, jodig, polarisierend
BowmoreAusgewogener, Rauch mit Frucht
Caol IlaDer eleganteste Einstieg in den Islay-Rauch
BunnahabhainÜberwiegend ungetorft, mild und maritim
BruichladdichVon ungetorft bis zur extrem rauchigen Octomore-Serie
KilchomanJunge Farm-Brennerei, kräftig rauchig
ArdnahoeDie jüngste Brennerei der Insel

Wichtig zu wissen: Nicht jeder Islay-Whisky ist ein Rauchmonster. Bunnahabhain und viele Bruichladdich-Abfüllungen sind ungetorft und überraschend sanft — die Insel kann also auch anders.

Der richtige Einstieg nach Islay

Spring nicht direkt ins kalte Wasser. Wer Islay noch nie probiert hat, beginnt am besten mit Caol Ila 12 — dem zugänglichsten der klassischen Rauch-Malts — oder mit Bowmore 12, der den Rauch in Frucht einbettet. Erst wenn dir das schmeckt, lohnen sich die kräftigen Klassiker Lagavulin 16, Laphroaig 10 und Ardbeg 10. Den kompletten Stufenplan haben wir in Rauchiger Whisky zusammengestellt. Islay gehört übrigens zu Schottland — die anderen Regionen findest du in unserem Überblick Schottischer Whisky.

Islay für Sammler

Einige Islay-Marken, allen voran Ardbeg mit seinen limitierten Jahresabfüllungen, haben eine so treue Fangemeinde, dass sie regelmäßig auf Sammlerlisten stehen. Auch die geschlossene Islay-Brennerei Port Ellen zählt zu den begehrtesten Namen überhaupt. Mehr dazu in Seltene Whiskys.

Häufige Fragen

Wie spricht man Islay aus?

„Ei-la“ — das „s“ bleibt stumm. Der Name bezeichnet die südlichste Insel der schottischen Inneren Hebriden.

Ist jeder Islay-Whisky rauchig?

Nein. Die meisten sind es, aber Bunnahabhain und viele Bruichladdich-Abfüllungen sind ungetorft und mild. Islay steht für Rauch, ist aber nicht darauf beschränkt.

Welcher Islay-Whisky ist der beste für Einsteiger?

Caol Ila 12 gilt als sanftester Einstieg in den Islay-Rauch, gefolgt von Bowmore 12. Die intensiveren Laphroaig, Lagavulin und Ardbeg hebt man sich für später auf.

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